Ein Baby, das seine Umgebung ertastet, sucht etwas anderes als ein Schulkind, das einen Film machen möchte. Im ZOOM Kindermuseum können beide richtig sein, allerdings in unterschiedlichen Programmen. Deshalb beginnt ein guter Besuch nicht mit der Frage, wie viel Zeit ihr für das gesamte Haus braucht. Hilfreicher ist: Was möchte unser Kind dort tun? Sich bewegen, mit Material arbeiten, ein Thema spielerisch untersuchen oder gemeinsam eine Geschichte erfinden?

Das ZOOM im MuseumsQuartier unterscheidet mehrere Bereiche mit eigenen Altersgruppen und Abläufen. Sie sind keine Stationen, die ihr zwangsläufig nacheinander absolvieren müsst. Wählt zunächst das passende Angebot und seht dann im aktuellen Kalender nach, welche Termine, Plätze und Teilnahmebedingungen dafür gelten. Eine allgemeine Öffnungszeit ersetzt diese Prüfung nicht. Unser Überblick erklärt die Unterschiede; die Themen der einzelnen Workshops können wechseln.

WAS MÖCHTE EUER KIND TUN?

ZOOM OZEAN

Ozean: die Umgebung mit dem Körper entdecken

Der ZOOM Ozean richtet sich an Kinder von acht Monaten bis sechs Jahren. Der Spiel- und Erlebnisbereich bietet einen Zugang, bei dem Bewegung, Wahrnehmung und Fantasie zusammenkommen. Für die Auswahl ist vor allem interessant, ob euer Kind Freude daran hat, sich eine gestaltete Umgebung in seinem eigenen Tempo zu erschließen. Es muss dafür weder eine Aufgabe lösen noch etwas Fertiges produzieren.

Nehmt euch als Begleitperson vor, zunächst den Impulsen des Kindes zu folgen. Vielleicht bleibt es bei einer Kleinigkeit, während ihr schon die nächste Möglichkeit entdeckt habt. Das darf so sein. Ein Kind, das sich erst umschaut und bei euch bleibt, braucht ebenfalls keinen beschleunigten Einstieg. Die sinnvollste Vorbereitung besteht hier oft darin, den Termin zum Tagesrhythmus passend zu wählen und davor nicht noch ein zweites großes Programm unterzubringen.

02 / ZOOM ATELIER

Atelier: ausprobieren, ohne ein Ergebnis abliefern zu müssen

Das ZOOM Atelier ist für Kinder von drei bis zwölf Jahren vorgesehen. Im Mittelpunkt stehen künstlerisches Arbeiten, Materialien und Verfahren. Das Museum beschreibt den Prozess als wesentlich: Es geht um die eigene Erfahrung beim Gestalten, nicht um ein vorgegebenes fertiges Werk. Wer zu Hause gern baut, malt, mischt oder Material verändert, findet hier einen anderen Ausgangspunkt als in einem reinen Ausstellungsrundgang.

Schaut vor der Buchung auf das konkrete Workshopthema. „Kreativ“ kann sehr unterschiedliche Tätigkeiten bedeuten, und nicht jedes Kind interessiert sich an jedem Tag für jedes Material. Erzählt eurem Kind möglichst konkret, was in der aktuellen Beschreibung steht, ohne ein bestimmtes Ergebnis zu versprechen. Nachher könnt ihr fragen, was es ausprobiert hat oder was anders wurde als erwartet. „Was hast du gemacht?“ muss nicht bedeuten, dass etwas Vorzeigbares mit nach Hause kommt.

Eine weitere Außenansicht des ZOOM Kindermuseums im MuseumsQuartier. Archivaufnahme.
Eine weitere Außenansicht des ZOOM Kindermuseums im MuseumsQuartier. Archivaufnahme. Foto: Max Wittmann

MITMACHAUSSTELLUNG

Mitmachausstellung: ein Thema gemeinsam untersuchen

Die Mitmachausstellungen richten sich an Sechs- bis Zwölfjährige. Ihre Themen wechseln; Mitmachstationen und die Begleitung durch das Vermittlungsteam bilden den Rahmen. Das passt zu Kindern, die sich auf eine Fragestellung einlassen und sie über verschiedene Tätigkeiten erkunden möchten. Prüft deshalb nicht nur den Titel, sondern lest auch, welche Handlungen die aktuelle Ausstellung anbietet.

Für Erwachsene lohnt es sich, die Begleitrolle bewusst zu wählen. Ihr müsst weder alle Erklärungen vorwegnehmen noch aus jedem Versuch eine richtige Antwort herausholen. Lasst dem Kind Zeit, eine eigene Idee zu entwickeln. Wenn Geschwister unterschiedliche Fragen verfolgen, kann das Gespräch danach besonders interessant werden: Nicht „Habt ihr alles gesehen?“, sondern „Womit hast du dich am längsten beschäftigt?“ Eine gemeinsame Ausstellung kann sehr verschiedene Erlebnisse hervorbringen.

04 / TRICKFILMSTUDIO

Trickfilmstudio: Geschichten im Team entwickeln

Das ZOOM Trickfilmstudio bietet Programme für Acht- bis Vierzehnjährige. Hier entstehen mit Unterstützung des Vermittlungsteams und der Studiotechnik gemeinsame Trickfilme. Eigene Ideen werden zu einer Geschichte verbunden; dazu gehört auch, Entscheidungen mit anderen auszuhandeln. Das ist ein guter Unterschied zu einem Besuch, bei dem jedes Kind allein zwischen Stationen wechselt.

Für die Vorbereitung könnt ihr darüber sprechen, ob euer Kind gerade Lust auf ein gemeinsames Projekt hat. Wer gern Geschichten erzählt, zeichnet oder sich ungewöhnliche Figuren ausdenkt, muss nicht schon wissen, wie ein Trickfilm technisch entsteht. Gleichzeitig ist das Studio kein Versprechen auf einen individuell produzierten Lieblingsfilm. Der Gruppenprozess gehört zum Format. Lest für den konkreten Termin nach, wie Teilnahme und Begleitung geregelt sind.

Das MuseumsQuartier aus der Luft. Hier liegt auch das ZOOM Kindermuseum; gezeigt ist das gesamte Quartier.
Das MuseumsQuartier aus der Luft. Hier liegt auch das ZOOM Kindermuseum; gezeigt ist das gesamte Quartier. Foto: Kasa Fue

Geschwister brauchen manchmal verschiedene Termine

Bei großem Altersabstand ist die Schnittmenge nicht immer das beste Programm. Ein Format kann formal für zwei Kinder passen und trotzdem nur eines wirklich ansprechen. Wenn zwei Erwachsene mitkommen, könnt ihr prüfen, ob sich unterschiedliche Angebote sinnvoll kombinieren lassen. Verlasst euch dabei nicht auf automatisch passende Start- und Endzeiten. Mit einer Begleitperson ist ein einzelner gut gewählter Termin meist leichter zu organisieren.

Sprecht vorab darüber, für wen dieser Besuch gedacht ist und wann das andere Kind wählen darf. So muss nicht jedes gemeinsame Wochenende dieselben Wünsche erfüllen. Bleibt nach einem gelungenen Programm noch Energie, kann ein kurzer Aufenthalt im MuseumsQuartier den Abschluss bilden. Das nächste Museum braucht ihr nicht schon vorsorglich anzuhängen.

Die Buchung ist Teil der Auswahl

Im offiziellen Veranstaltungs- und Ticketkalender findet ihr die aktuellen Angebote. Prüft Altersgruppe, Dauer, freie Plätze, Begleitpersonen und Bedingungen jeweils für das gewählte Format. Auch die Eintrittskonditionen unterscheiden sich nach Angebot. Die Alters- und Formatangaben dieses Guides wurden mit dem offiziellen ZOOM-Programm abgeglichen; unsere Auswahlfragen sind redaktionelle Orientierungshilfen. Ein guter Besuch beginnt damit, dass das gebuchte Programm zu dem passt, worauf euer Kind tatsächlich neugierig ist.